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“Strom oder kein Strom ? ... ” - Stromversorgung in Toronto

Wir haben am Anfang nicht schlecht gestaunt, als wir das erste mal die Stromversorgung gesehen haben. Sie erscheint einem völlig chaotisch, gefährlich und erinnert stellenweise eher an die dritte Welt, als eine moderne Großstadt.
Das Stromnetz ist völlig veraltet und schlecht gewartet - eine Modernisierung wohl zu teuer.

normaler innerstädtischer Strommast 01

normaler innerstädtischer Strommast 02

Kabelverteilung auf kanadisch

Auch wir sind schon in den zweifelhaften Genuss diverser Stromausfälle gekommen. Bei -20° ist das gar nicht lustig. Einmal war ich gerade beim Kuchenbacken und Kochen (wir haben einige Gäste erwartet) - da gab`s dann nur Kekse aus der Tüte und belegte Brote. Wie sich später rausstellte, war durch den Wind ein abgebrochener Ast in einen Strommasten (aus Holz) gefallen. Dieser wiederum knickte um und riß sämtliche Leitungen mit sich. Es dauerte Stunden, bis der Schaden behoben war. Leider kommt das hier öfter mal vor, da es hier überall noch Überlandleitungen gibt (wohlgemerkt mitten in der Stadt).
Nur einige Tage später war wieder ein großer Stromausfall (power outage). Punkt 22:10 Donnerstag Nacht, lag ein großer Teil der Stadt im dunkeln. Es fuhr keine Straßenbahn, keine U-Bahn, Geschäfte und Banken mußten schließen. Radios, Fernseher, Telefone gingen nicht mehr, Computerbildschirme wurden dunkel. Dank der nicht funktionierenden Ampeln, gab es natürlich auch auf den Straßen Chaos - ein wenig gespenstisch. Der Spuk dauerte teilweise bis zu ca. 30 Std., dann kehrte wieder Normalität ein.
Da wir zu dieser Zeit, relativ arktische Temperaturen hatten (-20°)  und die kanadischen Häuser nicht so solide gebaut sind wie in Deutschland (hier kennt man nur Holzständerbauweise und kaum Isolation), sind diese natürlich dementsprechend schnell ausgekühlt. Manche Leute hatten Minusgrade im Haus !! Die Stadt hatte überall Wärmeräume bereitgestellt, die mit Notstrom betrieben wurden. Schuld war diesmal ein Wasserrohrbruch, der ein Wasserkraftwerk, geflutet hatte. Unsere Kinder waren gar nicht böse drum, hatten sie dadurch ganz unverhofft schulfrei. Tja, hier ist immer noch so ziemlich jeder Tag ein Erlebnis.
Die Stadt Toronto unterhält übrigens ein Büro “of Emergency Management” - dieses hat eine Empfehlung herausgegeben, was man für den Notfall (Stromausfall, Flut, Sturm usw.) alles im Haus haben soll. Anfangs, erschien uns das ein wenig übertrieben, heute wissen wir, das es doch Sinn macht. Das “Emergency Survival Kit” ist für 72 Stunden berechnet und sieht folgendermaßen aus :

  • 3 l Trinkwasser pro Person, pro Tag
  • haltbare Lebensmittel
  • evtl. spezielle Kinder - oder Seniorenkost, Diäten
  • Medikamente
  • wichtige Telefonnummern
  • Erste Hilfe-Set
  • Decken und zusätzliche Kleidung
  • ein Batteriebetriebenes Radio und frische Batterien
  • Kerzen und Streichhölzer, Taschenlampe

100.000 Menschen in Kanada bei klirrender Kälte ohne Strom


AP                                                                                                 16.01.2009 17:01


Toronto – Bei eisigen Temperaturen von minus 17 Grad Celsius haben rund 100.000 Menschen in Toronto einen Stromausfall ertragen müssen. Bürgermeister David Miller erklärte am Freitag, es werde vermutlich 18 bis 24 Stunden dauern, bis in dem betroffenen Viertel der Millionenmetropole die Elektrizitätsversorgung wieder hergestellt sei.

Am Donnerstagabend hatte ein gebrochenes Hauptwasserrohr ein Wasserkraftwerk überflutet. In der größten kanadischen Stadt wurden Räume eingerichtet, wo sich die Menschen aufwärmen konnten; mehrere Schulen blieben geschlossen. Weil Ampeln ausfielen, kam es außerdem zu Problemen im morgendlichen Berufsverkehr. (AP)

 


Quelle: epochtimes.de - http://www.epochtimes.de/articles/2009/01/16/395129.html

 

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