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Das Schulsystem - Toronto/Ontario

Die Schulbehörde - Toronto District School Board (TDSB) -  unterhält insgesamt mehr als 550 öffentliche Schulen und ist damit, die größte Schulbehörde Kanadas.

Kinder ab vier Jahren, haben die Möglichkeit, an einer Vorschulerziehung im “Kindergarden“ (pre-elementary) teilzunehmen. Diese „Kindergarden“ sind in den Gebäuden der Grundschule integriert, so das den Kindern später schon alles vertraut ist. Es handelt sich hierbei um eine Halbtagsbetreuung (knapp 3 Stunden), die wahlweise entweder Vormittags oder Nachmittags angeboten wird (kostenlos). Die Kinder lernen hier auf spielerische Art Buchstaben (lesen + schreiben), Zahlen (bis 100 !) und den Umgang mit dem Computer (dazu wird eine wunderschöne Seite genutzt, die ich nur weiterempfehlen kann - starfall.com ). Sie befassen sich mit wissenschaftlichen und technischen Dingen  - so werden u.a. Wissenschaftler eingeladen die z.B. zum Thema Magnetismus oder Maschinen einen Vortrag halten und kleine Versuche mit den Kindern durchführen. Sie, haben Körper - und Gesundheitserziehung genauso wie Kunst, Sport und Musik. Wir waren sehr erstaunt, wie die Kinder hier schon in so jungen Jahren gefordert und gefördert werden - unsere Tochter ist ganz begeistert und fühlt sich super wohl.

Wer mehr Betreuung möchte oder braucht, muß dies aus eigener Tasche bezahlen, was nicht ganz billig ist. Hierfür stehen sogenannte „Daycares“ zur Verfügung, eine Art Kindertagesstätte, in der Kinder im Alter von 1 - 12 Jahren, aufgenommen werden. Die Plätze sind allerdings rar, sehr beliebt und nur über Wartelisten zu ergattern. Deshalb stehen hier Nanny`s hoch im Kurs.

Die Grundschule (elementary school) und Sekundarstufe (secondary school) dauern in der Regel 12 Jahre, davon 8 Jahre Grundschule (in Ontario). Auch hier gilt - Schule soll Spaß machen. Es gibt hier nur Ganztagsschulen, die Morgens um 9:00 Uhr beginnen und Nachmittags um 15:30 Uhr enden. Höchste Priorität genießt hier das lesen - denn nur wer lesen kann, kann sich belesen ! In den Klassenräumen, herrscht kindgerechtes Chaos. Wer mit seiner Arbeit fertig ist, darf lesen oder spielen. Dazu stehen Unmengen an Büchern zur Verfügung, sowie Spielzeuge aller Art (Lego, Holzbausteine, Gesellschaftsspiele …).Jede Schule verfügt außerdem über eine gut sortierte eigene Bücherei, die regelmäßig besucht wird.

Grundsätzlich wird es hier gerne gesehen, ja erwartet, das sich Eltern aktiv am Schulleben beteiligen - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn man z.B. auf einem Gebiet besonders talentiert ist (Sport, Musik, Kunst, Wissenschaft …), kann man gerne sein Wissen im Unterricht weitergeben. Man kann sich um die Wartung und Reinigung der Schulmittel kümmern, als Pausen - oder Mittagsaufsicht fungieren, in der Bücherei mithelfen usw., usw., usw.!! Man ist auch gern gesehener Gast während des Unterrichts in der Klasse seines Kindes - kann ich nur empfehlen, ist sehr interessant und man bekommt einen ganz anderen Einblick.

Danach folgt der Besuch der Sekundarstufe (secondary school/ High School). In der Regel wird hier zweigleisig gefahren. Ein Zweig führt zum Studium an einer Universität, der andere bereitet auf eine weiterführende Ausbildung an einem „community college„ , auf eine technische Studienrichtung (institute of technology) oder den Arbeitsmarkt vor.

3 mal im Jahr findet ein „Parent-Teacher Interview” statt. Man wird über die Fortschritte seines Kindes informiert und hat Gelegenheit Fragen zu stellen, zudem werden die “report cards” besprochen. Report cards, sind eine Art “Zeugnis” - im Gegensatz zu den deutschen Zeugnissen aber sehr viel ausführlicher. Hier stehen nicht nur die Noten, sondern auch wie und warum das Kind so beurteilt wurde. Diese Berichte umfassen 2-3 Seiten, so das man sich ein sehr gutes Bild von seinem Kind machen kann. Die repord cards müssen übrigens nicht nur von Lehrer und Eltern unterschrieben werden, sondern auch vom Schülern selbst. Anschließend werden sie dann im Parent - Teacher Interview nochmals besprochen.

Einige kleine Besonderheiten:

"100th Day of School"
Seit beginn des Schuljahres, wurden jeden Tag die Tage gezählt, bis zum „magic 100th day“.
Hier in Kanada ist es üblich, das in allen Kindergärten und Grundschulen, dieser 100. Schultag gebührend gefeiert wird. Dazu werden ganz unterschiedliche Aktivitäten veranstaltet. So werden z.B. in vielen Klassen kleine „Partys“ gefeiert, wo sich alles um die Zahl 100 dreht. Jedes Kind bringt an diesem  Tag seine persönliche „Hundred`s Collection“ mit in die Schule. Das können die unterschiedlichsten Gegenstände sein, wie z.B. Geldstücke, Briefmarken, Aufkleber, Perlen, Nudeln, Popcorn, Knöpfe …!! Diese Gegenstände müssen in einer nicht einsehbaren Tüte oder Schachtel verpackt sein und die anderen Kinder müssen dann erraten, um was es sich handeln könnte. Anschließend werden die Gegenstände dann gemeinsam gezählt. So lernen die Kinder hier spielerisch, ganz nebenbei bis hundert zu zählen und haben jede Menge Spaß dabei. Es werden Lieder gesungen, gemalt, gebastelt - alles rund um das Thema 100.

Valentines Day
Valentinstag (14. Februar), kannte ich bislang nur als Tag der “Liebenden”. Hier in Kanada hat dieser Tag aber eine viel größere Bedeutung. Es werden nicht nur Blumen oder Süßigkeiten verschenkt, nein auch richtig aufwendige und teure Geschenke - Kartengrüße nicht zu vergessen. Beschenkt wird auch nicht nur der “Liebste”, sondern ebenfalls gute Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen - selbst Haustiere gehen nicht leer aus. Ein regelrechter Kult, der das Herz der Geschäftsleute sicher höher schlagen läßt. Regale voller Herzen, Kuscheltiere, Rosen und sonstigem Kitsch in allen erdenklichen Rottönen. Valentines Day ist nach Weihnachten und Halloween der umsatzstärkste Tag in Kanada. Rund um den Valentinstag gibt es verschiedene Legenden - der Ursprung ist aber nicht wirklich geklärt.
Auch in der Schule wird dieser Tag zelebriert, man bringt für seine Klassenkameraden “valentines” mit. Das können z.B. selbstgemachte oder gekaufte Grußkarten sein, die mit Süßigkeiten noch ein wenig aufgepeppt werden. Jedes Kind hat im Klassenraum eine große verzierte Papiertüte oder Schachtel stehen, in die man die entsprechenden “valentines” dann verteilt. Am 14. Februar wird dann in der Schule ein kleine Party gefeiert und die Tüten dürfen mit nach Hause genommen werden. Das Auspacken der Tüten war übrigens wirklich sehr spannend, überraschend und lustig.

Potluck
2-3 mal im Jahr, wird ein “Potluck Dinner” in der Schule veranstaltet. Es handelt sich hierbei um einen kanadischen Brauch (auch in USA weit verbreitet), der gerne in Schulen, Vereinen oder sonstigen Gruppen zelebriert wird. Jeder Teilnehmer bringt dazu ein Gericht seiner Wahl mit. Das kann eine Vorspeise, ein Hauptgericht, ein Kuchen oder Dessert sein. So entstehen, ganz ohne großen Stress, sehr leckere und vielfältige Schlemmerbuffets. Sinn und Zweck ist das gesellige Beisammensein bei dem man (in diesem Fall) Gleichgesinnte kennenlernt und sich mit Ihnen austauschen kann.

Fundraising
Wenn man hier in Kanada, Kinder in der Schule hat, wird man auf jeden Fall früher oder später auf den Begriff des “Fundraising” treffen. Fundraising (die systematische und professionelle Mittelbeschaffung) in Form von Geld-, Sach- oder Dienstleistungsspenden, hat in Kanada (wie auch in USA und UK) einen hohen Stellenwert. Durch Fundraising, erschließen sich die Schulen hier ganz beachtliche Ressourcen, ihre Qualität zu halten bzw. zu verbessern und sind ein wenig unabhängiger. Das kann in Form von Fundraising-Event`s, wie z. B. Theater - oder Comedyvorführungen, Büchermessen oder der Verkauf von Bastelarbeiten …sein - ein typisches Fundraising-Event in Deutschland ist übrigens das allseits beliebte ”Entenrennen”, welches seinen Ursprung in Ottawa hat.

Auch beliebt sind freiwillige Helfer, die Ihre Zeit der Schule zur Verfügung stellen oder Sach- und Warenspenden, z.B. für ein Schulfest, die Renovierung von Schulräumen, Lehrmittel…
Durch Spenden für gemeinnützige Zwecke (Schulen, Gemeinden, etc.), werden hier ca. 13 % der Mittel beschafft (in Deutschland 4 %) !!

Mehr Infos unter : tdsb.on.ca
                             dstonline.ca


 

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